DFB Länderspiel
Fussball-Eltern,  Fussballkarriere

Wie komme ich auf das Radar der Profivereine

In vielen Köpfen von Jugendlichen und Kindern steckt der große Traum vom Fußballprofi. Doch Wie komme ich auf das Radar der Profivereine und wann geschieht dass eigentlich? Ist ein sofortiger Wechsel notwendig um es mir bei dem Verein nicht zu versauen? Die Menge an Probetrainings, macht nicht gleich die Qualität und die Begehrlichkeit der Spieler aus. Für einige ist es das Abwarten, was den Fortschritt bringt und für andere wieder das sofortige zuschlagen. Wie ein Spieler oder eine Spielerin den nächsten Schritt machen kann und was Eltern, meist die Berater im Kindesalter, dazu tun können möchte ich in diesem Artikel erklären.

Wie immer basiert mein Artikel auf meinen persönlichen Erfahrungen und bestimmt ist auch etwas Meinung von mir mit drinnen. Eine Entscheidung sollte IMMER bei dem Fußballtalent liegen, Eltern dürfen maximal beeinflussen.

Die ersten Schritte in Richtung Fußballprofi

Es gibt einige sehr wenige Ausnahmespieler, bei denen man bereits als Kind im alter von fünf bis sechs Jahren erkennen konnte, dass er es wohl zum Profi schaffen wird. Ich komme wirklich sehr viel rum im Jugendfussball und ich kenne genau einen und da schließe ich die Spieler in den NLZ (Nachwuchs Leistungszentrum) mit ein. Der Weg zum Profi und auch schon zu einem gestandenen NLZ Spieler ist ein langer und harter Weg. Der Wille überbietet das Talent und wenn es einen Spieler gibt der beides hat, umso besser! Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist Fussballprofi zu werden, kannst Du hier nachlesen.

Wann geht es los

Die meisten Fussballer beginnen Heute mit fünf Jahren im Verein Fußball zu spielen, spätestens sind die Jungs und Mädels in der G-Jugend der Vereine unterwegs. Ein späterer Einstieg in den ambitionierten Fußball ist mittlerweile fast unmöglich. Wer mit sieben oder acht Jahren ein Probetraining in einer ersten Mannschaft möchte (F-Jugend), wird meist abgewiesen und and die zweite oder dritte Mannschaft weitergereicht. Auch wenn es verdammt früh ist, werden indiesem Jungen Alter aber bereits die Grundsteine für die Zukunft gelegt. In der G- und F-Jugend spielen die Spieler nur zum Spaß und nur für den Trainer. Der Trainer ist der Held der Spieler.

Bis zur D-Jugend finde ich die Trainerrolle sogar für ausschlaggebend für den weiteren Werdegang des Spielers. Der Spielerische Umgang mit Situationen auf dem Feld und das schnelle finden von eigenen Lösungen, entwickelt sich in diesem Alter extrem und manifestiert sich. Schon in der E-Jugend kristallisieren sich die Talente von Morgen heraus. Die Spieler, die in der E-Jugend oben auf schwimmen, bekommen auch meist die Chance sich langfristig beweisen zu können. Was man dort noch nicht sehen kann ist, wo die jeweilige Obergrenze des Spielers ist. Mit Obergrenze meine ich, wie weit kann sich der Spieler maximal entwickeln und an diesem Punkt schlägt auch oft der Wille das Talent!

Hallenfußball

In der F- und E-Jugend stehen noch nicht so viele Scouts am Spielfeldrand und das ist auch gut so. Sonst die Eltern ja Komplett durchdrehen 😉 Wo man die Scouts allerdings häufig antrifft sind Hallenturniere. In diesem Alter wird im Winter ja noch die Hallenrunde der Fussballverbände gespielt. Wenn dort dann in einer starken Hallen Liga mehrere sehr gute Mannschaften an einem Ort, oder am besten noch gegeneinander spielen, stehen auch meist die lokalen Scouts der Profivereine am Spielfeldrand. Auch wenn die Scouts noch versuchen sich in diesem Alter unauffällig zu verhalten, sind sie da. So kommen die jungen Talente zum ersten mal auf das Radar der Lizenzvereine.

Die weiteren Schritte in jungen Jahren

Nicht selten werden diese jungen und frischen Talente im Anschluss mehrmals zu Probetrainings bei Lizenzvereinen eingeladen. Falls das nicht der Fall ist, werden diese Spieler und Spielerinnen mindestens zu den Sichtungstagen der Vereine eingeladen. Bei den sogenannten Talent-Days oder auch Young Talent-Days werden Spieler ganz offen gesichtet. Wie schon gesagt, bekommen einige eine Einladung aber eigentlich kann sich dort jeder anmelden. Diese Talenttage sind so dermaßen durchwachsen, dass ich sie nicht für wirklich sinnvoll halte. Einige wurden explizit eingeladen und werden natürlich auch mit dem Schwerpunkt der Scouts betrachtet. Die eingeladenen Spieler werden im Vergleich angesehen und die anderen haben nur eine minimale Chance auf eine weitere Einladung zu einem Probetraining. Auf diesen Veranstaltungen gibt es Spieler die einen mit der Zunge schnalzen lassen und diese, die auf dem Rasen liegen und Blumen pflücken, weil Papa sie angemeldet hat. Alles schon gesehen und erlebt! Ob da die Vereinsführungen und die Verantwortlichen Chefscouts wissen wie solche Sichtungen ablaufen? Ich glaube nicht! Dass auch solchen Sichtungstage noch ein Spieler entdeckt wird ist sehr, sehr unwahrscheinlich.

Einige wenige wechseln nun also zur nächsten Saison in ein NLZ. Wohl gemerkt, diese Spieler sind jetzt zwischen sieben und neun Jahren alt.

Die richtige Zeit für den Wechsel

Nicht nur das Goldene Lernalter, sondern auch die persönliche Entwicklung findet in der alten D- bis zur alten C-Jugend statt. Bei einigen früher und bei anderen etwas später, aber im groben und ganzen passt dass so! In der alten D- und der jungen C-Jugend läuft die Maschinerie der Scouts auf Hochtouren, noch bevor eventuelle Ausbildungspauschalen gezahlt werden müssen ziehen sich die Lizenzvereine viele junge Spieler. Aber ist das auch der Richtige Moment?

Für mich zählt gerade in diesem alter nur eines im Vordergrund: Lernen und entwickeln! Dafür sind einige Faktoren extrem wichtig:

  • Ein Trainer der fördert und fordert
  • Ein Trainer der den Spieler besser macht
  • Ein Trainer der dem Spieler Vertrauen schenkt und seine Persönlichkeit stärkt
  • Spielzeit ohne Ende für das Talent
  • Eine Fehlerkultur, die Fehler erlaubt
  • Wer keine Fehler machen darf, lernt nicht
  • Die Suche nach der eigenen Position

Wann muss ein Spieler in ein Leistungszentrum wechseln

Achtung, persönliche Meinung! Für mich gibt es genau einen richtigen Zeitpunkt um in ein Leistungszentrum zu wechseln und zwar, nach der alten C-Jugend.

Damit ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt aber auch Sinn macht und wahrscheinlich ist, müssen einige Vorraussetzungen erfüllt sein. Der Geradlinige Weg in ein Leistungszentrum geht immer über die Auswahl des Landesverbandes, also die Hamburger Auswahl, Bayern Auswahl, Hessen Auswahl und so weiter. Das es in diesem Alter noch einen Spieler gibt der nicht in der Auswahl ist und Profi wird, ist eher unwahrscheinlich. Durch das Raster vom DFB fällt kaum noch einer durch.

Ein weiteres wichtiges Kriterium den Weg zum Profifußball einzuschlagen ist die C Regionalliga. Wer in der alten C-Jugend in der Regionalliga spielt, hat alle Möglichkeiten sich zu zeigen. In diesem Alter sichten die Scouts schon überregional und die Scouts sind echte Talentscouts und keine Trainer mehr die nebenbei auch noch scouten. Da stehen schon mal fünf bis acht Scouts aus den Leistungszentren am Spielfeldrand und beobachten interessante Spieler. Wer hier nicht gesehen wird, ist wahrscheinlich einfach nicht gut genug für mehr.

Berater im Jugendfussball
Berater im Jugendfussball

In diesem Alter werden auch viele Berater an der Oberfläche erscheinen und versuchen einen Vertrag mit den Talenten und den Eltern zu machen. Hierzu kann ich sagen: Verträge mit minderjährigen haben in Deutschland keine Gültigkeit, die Berater möchten damit nur die Bindung erhöhen. Ich finde, dass wenn ein Berater einen guten Job macht dann bleibt man doch auch im Anschluss bei ihm. Die Berater können also ruhig etwas mehr Selbstvertrauen an den Tag legen.

Was passiert, wenn ich nach der Regio noch nicht gewechselt habe

Die Wahrscheinlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt noch in ein Leistungszentrum zu wechseln, sinkt mit jedem verstrichenem Jahr. Zur alten B-Jugend kommen ein paar kleinere LZ, die ihre Mannschaft zur B-Bundesliga auffüllen müssen. In den folgenden Jahren ist der Zug nicht abgefahren, aber es wird immer unwahrscheinlicher. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Spieler in den Leistungszentren mindestens vier mal pro Woche Training haben und jedes Wochenende spielen, vier bis sechs Trainer plus Physios zur verfügung stehen und Internats-Spieler jede freie Minute trainieren können und das unter besten Bedingungen. Die Spieler in den LZ entwickeln sich einfach schnell weiter und der fleißigste gewinnt.

Habe ich dann in A-Jugend keine Chance mehr

Es gibt immer mal wieder schöne Geschichten, dass Spieler erst in der A-Jugend oder sogar erst im Herrenbereich zu einem Lizenzverein wechseln und dort Kariere machen. Diese Geschichten werden aber durch die gute Arbeit der Vereine immer weniger.

Diesen Menschen bleibt dann noch der Spaß am Fußball!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.