Talentförderung

Bis zur D-Jugend geht es nur um den Trainer

Bei den ganz kleinen, von der G-Jugend bis zur jungen D-Jugend, geht es nur um den Trainer. Die Spieler spielen für den Trainer und versuchen 1zu1 auf dem Feld dass umzusetzen was der Trainer ihnen sagt. Wirft man einen Blick auf die erfolgreichen Mannschaften in diesen Altersklassen, kann man immer einen ehrgeizigen Trainer erkennen.

Es kommt nur auf den Trainer an

Ich meine es war in der jungen E-Jugend meines Sohnes, da waren die Jungs in der Mannschaft gerade mal 10 Jahre alt, auf einem Turnier in einer Soccerhalle im Raum Hannover (wir kamen aus Hamburg). Unsere Jungs räumten gerade alles in der Halle ab was ging obwohl die beiden stärksten Breitensportvereine der Region vertreten waren. Ich stand auf der Terrassen und unterhielt mich mit einem Vater aus Hannover und ich schwärmte von unserem Trainer, der alles für die Mannschaft gibt. Unser Trainer war selbst Spieler-Papa, wie es eben so oft vorkommt. Der Unterschied war nur, dass er super motiviert, kompetent und ehrgeizig war. Als er an seine Grenzen stieß, holte er sich sogar einen alten Freund zur Hilfe der früher selbst bezahlten Fussball gespielt hatte.

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Ein weiterer Vater aus Hannover trat auf uns zu und sagte: Es kommt in diesem Alter einzig und allein auf den Trainer an.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie darüber nachgedacht, vielleicht war ich einfach verwöhnt. Von diesem Moment an hatte ich diesen Gedanken aber immer im Kopf und habe dies auch bei anderen erfolgreichen Mannschaften so beobachtet.

Vom Spielerpapa zum Trainer

Unser besagter Trainer hatte seinen Sohn eigentlich auch ganz normal im Fussballverein abgegeben. Nach der jungen F-Jugend trat unser Trainer aber zurück, er hatte selber erkannt dass ihm die nötigen Kompetenzen fehlten und wollte sich auch nicht fortbilden. Der zukünftige Trainer war dann der Papa eines Spielers.

Ein neues Trainerteam

Bereits die letzten zwei Wochen der Vorsaison saß der Papa mit einem Freund und beobachtete das Training., da wusste von uns anderen Eltern noch niemand das dies eine Option sei. Die Beobachteten und sprachen, beobachteten und Sprachen. Der Papa wollte nämlich nicht einfach eine Kinder- / Jugendmannschaft trainieren, er wollte etwas besonderes erschaffen.

Nach den Sommerferien standen dann der Papa und sein Freund auf dem Platz als Trainer. Um dem Konflikt Vater-Sohn aus dem Weg zu gehen hatte er seinen Freund mitgebracht. Wir erfuhren, dass dieser selbst lange bezahlten Fussball gespielt und eine Trainerlizenz hatte. Auch als jemand der nichts mit Fussball am Hut hatte, erkannte ich sofort dass die Jungs wissen was sie da tun. Moderne Trainingsmethoden und ein lockerer bis ernster Umgang mit den Jungs. Ich muss im Nachhinein sagen, das war eine verdammt lehrreiche Zeit für meinen Sohn und ich bin Dem Trainer-Papa unendlich dankbar. Bis zur jungen D-Jugend trainierte er die Mannschaft. Auch als sein Freund Trainer beim HSV wurde machte er weiter und suchte sich hin und wieder Unterstützung von anderen. Fünf Jahre Trainer einer Mannschaft die einfach super zusammenspielte und funktionierte.

Bindung der Spieler an die Trainer

Es war schon beeindruckend, wie die Spieler ihren Trainer ansahen. Auch aus Sicht der Eltern verhielt er sich fast immer korrekt 😉 Das wichtigste war aber, er wäre für die Jungs durch die Hölle gegangen und andersrum war es genauso. Fussball in so jungem Alter funktioniert halt sehr emotional. Ist ja klar! Die jungen Talente dachten ja noch nicht rational und nicht vollständig logisch. Der Trainer musste sie immer und immer wieder korrigieren, aber nicht zu viel. Nur soweit, dass sie aus Fehlern lernten.

Führen wir mal zu einem großen Turnier nach NRW kamen die Eltern zwar mit, aber wir hatten nichts zu tun mit den Jungs. Wir waren im gleichen Hotel und der Trainer kümmerte sich komplett um die Jungs. Da gab es kein, ich will noch nicht schlafen. Der Trainer sagte gute Nacht und die Jungs haben geschlafen. Das alles funktionierte, ohne das der Trainer streng werden musste, er hatte einfach den nötigen Respekt bei den Jungs und sie wussten: Was der Trainer mir sagt macht mich erfolgreich!

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Was der Trainer mir sagt macht mich erfolgreich!

Das Verständnis, welches die Spieler dem Trainer entgegen brachten war wichtig. Wenn ein Fussballer in seinen jungen Jahren früh lernt, dass die Dinge die der Trainer einem sagt einen selber besser machten, ist das der Grundstein für’s weitere lernen. Ohne das Vertrauen eines Spielers in den Trainer, dass dieser ihn nur besser machen will, kann ein Spieler nicht lernen. Versteht mich nicht falsch, dass soll nicht heißen dass die Spieler einen Trainer niemals hinterfragen dürfen, aber die Breitschaft und das Grundvertrauen sind dann schon mal vorhanden.

Somit hat dieser Trainer den Grundstein bei einigen Talenten gesetzt und den Weg für neue Trainer geebnet. Junge Spieler spielen eben immer für den Trainer.

Fazit

Dies ist nur eine Geschichte eines Trainers, der die Mannschaft rechtzeitig zur alten D-Jugend an einen anderen abgab. Irgendwann kommt jeder an seine Grenzen und Fussballer brauchen auch mal anderen Input. Die Arbeit die er in dieser Mannschaft geleistet hat, bleibt aber unvergessen. Spiele, Erfolge und Reisen. Natürlich stehen auch lauter Pokale in den Zimmern der Spieler, die auf diversen Turnieren gewonnen wurden. Die Jungs werden sich immer an ihn erinnern, ob ihr weg nun weitergeht oder irgendwann aufhört. Eine so intensive Erfolgreiche Zeit vergisst man nicht!

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