Wut im Fussball
Fussball-Eltern

Wir waren besser und haben trotzdem verloren

An jedem Wochenende finden Hunderte von Fussballspielen in Deutschland statt und immer gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Gerade für Niederlagen werden sofort Gründe gesucht, der beliebteste ist: Wir waren besser und haben trotzdem verloren!

Die beliebtesten Ausreden für Niederlagen

Ich glaube wir kennen sie alle, die enttäuschenden Momente nach eine Niederlage. Nicht einmal die Spieler, sonder gerade die Trainer und Eltern fangen nach einem verlorenen Spiel an Gründe für eine Niederlage zu suchen. Manchmal sind es auch einfach nur Ausreden. Die beliebtesten sind meiner Meinung nach

  • Der Schiri wurde doch bezahlt
  • 80% Ballbesitz und trotzdem verloren
  • Der gegnerische Trainer hat nur geschrien
  • Die Eltern haben ständig reingerufen

Der Schiri wurde doch bezahlt

Für jedes Fussballspiel wird ein Schiedsrichter benötigt, dass bedeutet wir brauchen viele Schiedsrichter in Deutschland. Gerade im Amateurbereich kommt man da auf eine riesige Spanne der Niveaus. Es reicht von absoluter Neuling bis sehr erfahren, von sehr jung bis sehr alt und natürlich von sehr gut bis sehr schlecht. Wir brauchen diese Schiedsrichter auf unseren Plätzen und müssen sie einfach akzeptieren wie sie sind. Wir sind nicht die Bundesliga!

Allen Trainern und Eltern scheint diese Abhängigkeit aber nicht bewusst zu sein. Während des Spiels wird verbal auf den Schiedsrichter eingedroschen was das Zeug hält und auch nach dem Spiel muss sich ein Schiedsrichter noch den ein oder anderen Kommentar gefallen lassen. Dieses Verhalten färbt leider auch auf die Spieler ab, denn unser ständiges Miteinander – nicht nur auf dem Fussballplatz – ist geprägt von gegenseitigem Respekt.

Wenn die Eltern und die Trainer mit dem Schiedsrichter respektlos umgehen, dann tun es die Spieler auch ganz schnell. Die Folge: Entscheidungen werden nicht akzeptiert und es wird gemeckert was das Zeug hält. Dies wiederum kann eine Gelbe- oder Rote-Karte für den Spieler zur Folge haben.

Trainer und Eltern sollten immer daran denken, dass ihr Handeln auf ihre Schützlinge abfärbt

Ein Schiedsrichter wir niemals mit Absicht unfair sein und ein Schiedsrichter wird niemals mit Absicht schlecht Pfeifen!

80% Ballbesitz und trotzdem verloren

Die wohl beliebteste Entschuldigung für eine Niederlage. Ja, diese kommt mir auch ab und u über die Lippen. Sein wir doch mal ehrlich! Schönen Fussball zu sehen ist ein Genuss aber, am danach zählen nur die Punkte auf dem Konto in der Tabelle. Wenn also eine Mannschaft den Ball wundervoll kreisen läßt aber nie zum Abschluss kommt, entscheidet eben der Konter des vermeintlich schlechteren Gegners das Spiel. Ich kann es nicht oft genug sagen: So ist Fussball!

Ab der alten D-Jugend, wo es um den Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse geht, geht es eben um Ergebnisse. Da können mir Trainer und Eltern noch so schöne Dinge über Ausbildung und Positionswechsel erzählen. Jeder Trainer, alle Eltern und natürlich die Spieler selbst am meisten, wollen ganz oben mitspielen. Bis zur alten C-Jugend geht es alle sechs Monate um den Aufstieg und da ist der Druck bei ALLEN Beteiligten sehr hoch.

Schönen Fussball spielen ist also das Eine, im richtigen Moment effektiv zu sein das Andere!

Der Trainer hat nur geschrien

Schrei Trainer findet man leider gerade im Jugendfussball sehr oft und helfen tut es niemandem. Nach den Ursachen zu suchen würde hier zu weit gehen. Meist ist es die mangelnde Ausbildung, denn in den jüngeren Jahrgängen benötigt man keine Lizenz. Fussball ist halt sehr emotional und deshalb sind viele emotionale Gemüter im Jugendfussball zu finden.

In den meisten Fällen kennen die Trainer sich ja auch schon seit Jahren und kleinere verbale Auseinandersetzungen gehören zu einem Top-Spiel eben dazu. Nach Abpfiff muss die Sache dann aber durch sein, meistens nehmen sich die Trainer ja alle nichts. Und ganz im Ernst, wir sprechen hier von 12 bis 15 jährigen Spielern. Bleibt alle mal auf dem Teppich und atmet tief durch! Gerade m Wochenende habe ich wieder so ein Erlebnis gehabt. Ich kenne beide Trainer sehr gut und ich mag beide Trainer sehr gerne. Sie haben sich während des Spiels angebrüllt und selbst nach dem Spiel sind noch böse Worte und Drohungen gefallen, unter den Trainern. Sehr, sehr peinlich. Warum? Schiedsrichterentscheidungen! Merkst Du es? Hier streiten sich zwei eigentlich sehr nette Menschen und gute Trainer, weil ein neutraler Fehler macht bei einem Fussballspiel von 13 jährigen.

während ich das schreibe, haue ich meinen Kopf gegen die Fliesen in meiner Küche…

Trainer sollten es besser wissen und solche Szenen nicht eskalieren lassen, dass ist es nicht wert. Bei jedem Topspiel in den oberen Spielklassen stehen Scouts der Bundesligisten am Spielfeldrand und diese achten bestimmt nicht nur auf die Spieler, sondern auch auf Euch. Bitte liebe Trainer, seid professionell!

Eltern haben ständig reingerufen

Und zu uns liebe Eltern. Ich halte mich aus Spielen und Diskussionen komplett raus und dass zum Selbstschutz. Man sich nur schaden. Ich spreche trotzdem mal in der Wir form.

Fussball ist emotional und dass soll es auch sein. Es gibt mal ein stöhnen ein kurzes spiel endlich ab und natürlich auch das Jubeln. All das gehört zum Fussball. Was es aber vor allem geben sollte ist Anfeuern. Leider hört man davon auf Amateurplätzen viel zu wenig. Es ist mir eigentlich egal ob nun ein Trainer oder ein Elternteil ständig reinruft: Abseits, Hand oder „Ey Schiri, Faul“. Es geht mir so auf den Keks und es hilft verdammt noch mal nicht. Dass ist der klägliche Versuch die Entscheidung des Schiedsrichters zu beeinflussen und ich würde mir wünschen, dass in Zukunft mehr Trainer und Eltern vom Platz gestellt werden.

Die Kinder snd das Spiegelbild der Eltern, zumindest was ihr Verhalten angeht. Hört einfach auf.

Spiele im Nachgang auf Facebook diskutieren

Ich möchte Euch ein kleines Beispiel nennen, welches mich auch dazu motivierte diesen Artikel zu schreiben.

Mein Sohn U14 Niendorfer TSV hatte sein zweites Punktspiel gegen seinen alten Club, den ETV Hamburg. Beide Mannschaften zählen zu den besten in Hamburg (auf Wechselgründe möchte ich hier nicht eingehen). Ich denke, allen Beteiligten war klar, dass dies ein Spiel auf Augenhöhe wird und nur kleine Unterschiede das Spiel entscheiden können. Es war ein Spiel das zwar auf sehr hohem Niveau ablief, aber gewiss kein Augenschmaus war. Die Trainer riefen ständig rein (ich mag Euch beide sehr, sehr gerne. Das war aber unprofessionell). Ständig den Schiri angebrüllt und natürlich den anderen Trainer.

Es gibt in Hamburg einen Herren, der schreibt ab und zu über Fussballspieler aus der Hamburger Liga, wie auch über dieses (Artikel zum nachlesen) Ich finde den Bericht sehr passend und gut geschrieben. Fachliche Berichterstattung und ein Hauch von Emotionen. Nun nutzen einige Eltern diesen Artikel als beleg dafür, dass die Niederlage ungerechtfertigt wäre. Was soll das bringen? In jedem Spiel gibt es eine große Anzahl an Fehlentscheidungen und in diesem Spiel auch zu Gunsten des ETV. An dieser Stelle nehmen die Emotionen die während eines Spiels vorherrschen noch extremere Formen an: Sie hallen auf Facebook noch Tage nach. Es geht nicht in meinen Kopf.

Ich habe in meinem Leben schon viele Spielberichte geschrieben und stets den Respekt vor dem Gegner gewahrt. Ob man nun verloren oder gewonnen hat, am Ende geht es um Fussball und zwar nicht um den der Eltern, sondern um den Der Kinder. Wir müssen uns nicht rechtfertigen, sondern sollen ein offenes Ohr für unsere Kinder haben.

Die Spieler selbst sind ihre größten Kritiker und intuitiv suchen sie die meisten Fehler immer zuerst bei sich selbst!

Fazit

Das ist doch auch gleichzeitig ein sehr schönes Schlusswort. Liebe Trainer, liebe Eltern: Lasst uns versuchen immer erst über unsere eigenen Fehler nachzudenken. Wir wollen nicht die Fehler der anderen in den Vordergrund stellen, sondern unsere eigenen um an ihnen zu wachsen. Wenn Die Kinder unser Spiegelbild sind, können wir ihnen damit nur helfen.

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